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Start : Online Magazin : News : 2008 : Oktober : ITK im Jahr 2020: Welche Visionen werden wahr?

ITK im Jahr 2020: Welche Visionen werden wahr?

„Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus wollen würde“, so Ken Olson, Präsident, Vorsitzender und Gründer von Digital Equipment Corp., im Jahr 1977. Er ist nur einer von vielen IT-Auguren, deren Einschätzungen dem Zeitgenossen heute ein Schmunzeln entlockt. Und dennoch: Marktprognosen und Visionen sind trotz der Gefahr, dass sie sich als Irrtum erweisen, keine unternehmerische Kür, sondern eine Pflicht. Auch die SYSTEMS fragte daher die Big Player der IT-Wirtschaft nach ihren Visionen. Welche Rolle wird die ITK im Jahr 2020 spielen? IBM, Microsoft, Siemens Enterprise Communications und Sun Microsystems standen Rede und Antwort.

IBM Deutschland, Frank Sawatzke, Director of Marketing and Strategy: „Die IBM Vision für 2020 in Sachen IT sieht global integrierte Unternehmen, deren Geschäftsprozesse und darunterliegende Infrastrukturen flexibel, atmungsfähig, sicher und in hohem Maß intelligent sind. IT wird praktisch alle Lebensbereiche erschlossen haben und bisher noch bestehende Barrieren auch im Privaten – wie etwa bei Real-Time-Übersetzung – überwinden helfen. Die IT wird dabei auch dafür sorgen, dass die meisten Menschen jederzeit auf alle von ihnen benötigten Daten an praktisch allen Orten zugreifen können – auf ihre medizinischen Daten, aber auch auf ihre präferierte Musik oder sonstige Inhalte. IT wird für Anwender weniger komplex sein, denn die Komplexität wird sich hinter automatisierten Systemen verbergen. Sie wird in der Lage sein, zu den drängenden Problemen der Menschheit – globale Entwicklung, Sicherung der natürlichen Ressourcen, Wissen und Bildung – einen wichtigen Beitrag leisten zu können.“

Microsoft Deutschland, Ralph Haupter, Business- and Marketing-Officer: „Im Jahr 2020 haben sich neue Formen der Zusammenarbeit in vielen Unternehmen etabliert. Künftig werden immer mehr Menschen arbeiten, wann und wo sie wollen. Die Produktivität eines Unternehmens wird durch Zielvorgaben, nicht durch starre Arbeitszeiten gesteuert. Moderne IT-Strukturen und -Applikationen geben den Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität und Freiheit, wie sie diese Vorgaben erreichen. Heutige innovative Technologien wie Unified Communications, Collaboration oder der leichte Zugriff auf Business-Intelligence-Daten in Echtzeit werden Standard sein. Die meisten Unternehmen profitieren dann von flexiblen und dynamischen IT-Strukturen. De facto wird dies oft ein Mix aus eigenen Rechenzentren, angemieteten Online-Services und leistungsstarken Endgeräten mit intuitiver Benutzeroberfläche sein, die Mitarbeitern zudem ein hohes Maß an Mobilität ermöglichen. Dabei werden zunehmende Standardisierung und Interoperabilität zwischen einzelnen Systemkomponenten den Aufwand für die bloße Wartung im Vergleich zu heute deutlich reduzieren. Heute fließen durchschnittlich rund 80 Prozent der IT-Budgets in die Aufrechterhaltung der IT-Strukturen. Nur 20 Prozent in Innovationen. Bei Microsoft arbeiten wir daran, dieses Verhältnis umzudrehen und IT vom reinen Costcenter zum Business Enabler und damit zu einem Wettbewerbsvorteil für Unternehmen zu entwickeln.“

Siemens Enterprise Communications, Thomas Wiemers, Vice President Strategic Marketing: „2020 werden Informations-, Kommunikations- und Collaboration-Technologien zu einer integrierten Form von IT verschmolzen sein. Diese agile IT wird drei wesentliche Aspekte aufweisen: Personal IT, Mobile IT und Green IT. Die Personal IT – oder rollenbasierte IT – wird eine Veränderung bewirken, ähnlich wie der Übergang vom Mainframe Computer zum Personal Computer. Auf der Grundlage eines sicheren Identity- und Access-Systems wird die Personal IT Kommunikation, Collaboration und Informationsprozesse vereinheitlichen und dem User eine intuitive Nutzung sowie einen einfachen Zugang bieten. Das zweite Element der agilen IT ist die unbegrenzte Mobilität. Die Mobile IT von morgen wird mobile Kommunikation, Social Networking und Geschäftsprozesse integrieren – unabhängig von Ort und Endgerät, basierend auf IP-Breitbandverbindung. Im Privatbereich nutzen schon heute Millionen User begeistert die neuen Möglichkeiten, die sich aus der Kombination von Web 2.0 und mobilen Endgeräten ergeben. Mit Green IT ist nicht nur der energieeffiziente Betrieb von virtualisierter Hardware gemeint. Lösungen für effizientere Formen der globalen Zusammenarbeit im Kontext von neuen, ‚virtualisierten’ Arbeitsmodellen werden etwa Geschäftsreisen zum großen Teil überflüssig machen. Die ‚grünen’ Technologien bringen echte Einsparungen für die Unternehmen und verbessern die Work-Life-Balance für die Mitarbeiter. Grundlage für die IT von morgen ist das Bekenntnis zu offenen Standards und Architekturen anstelle von proprietären Systemen und zu neuen Formen der Zusammenarbeit von Herstellern.“

Sun Microsystems Deutschland, Donatus Schmid, Director Marketing, Sprecher der Geschäftsleitung: „,The Network is the Computer‘ wird jedes Jahr mehr Wirklichkeit. Im Zeitalter der steigenden Anzahl von Communities und zunehmender Bedeutung von Social Media Applications steigt die Anforderung an die Network Computing Infrastruktur: Bandbreite, zuverlässige Backend-Systeme und quelloffene Software. Im Jahr 2020 wird man von jedem Endgerät jederzeit und überall auf seine zentral gespeicherten Daten über das Internet sicher und schnell zugreifen können. Derzeit gibt es jedoch noch zu viele proprietäre Technologien, die den Kunden bei Investitionen in Millionenhöhe keine Wahlfreiheit lassen und Innovationen verhindern. Hersteller müssen und werden sich öffnen, offene Standards werden sich durchsetzen. Das Erfolgsmodell Java hat dies bewiesen. Offenheit bringt Vorteile für alle: niedrige Eintrittsbarrieren, Interoperabilität, geringe Forschungs- und Entwicklungskosten, mehr Sicherheit sowie niedrige Austrittsbarrieren.“

Mehr unter: http://www.systems.de


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