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Start : Online Magazin : News : 2008 : Juni : Tools für das informelle Lernen – Nachfrage steigt

Tools für das informelle Lernen – Nachfrage steigt

Beim Lernen mit neuen Technologien werden Werkzeuge für das informelle Lernen in den nächsten drei Jahren immer wichtiger. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Expertenbefragung des MMB-Instituts. Die Experten waren fast einstimmig der Meinung, dass E-Learning-Angebote in naher Zukunft mit Web-2.0-Diensten verbunden werden und betonen die stärkere Rolle von Social Networking. 90 Prozent der Teilnehmer rechnen mit einem erheblichen Bedeutungszuwachs für Lerner-Communities. Auch Wikis und semantischen Suchmaschinen spielen eine zunehmend große Rolle. Abgeschlagen sind hingegen virtuelle 3-D-Welten à la Second Life.

Die 53 befragten Experten wurden im Frühjahr von MMB-Interviewern direkt oder per Online-Fragebogen befragt. Etwa die Hälfte von ihnen gehört zur Gruppe der Produzenten von Lernangeboten und Dienstleistungen, ein weiteres Drittel stammt aus Wissenschaft und Beratung. Die übrigen Experten sind Entscheider auf der Anwenderseite, Fachjournalisten sowie Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen und Regierungsorganisationen. Damit setzt das MMBInstitut seine auf der Learntec 2006 begonnene Studienreihe „Learning Delph“ zur „E-Learning-Welt in drei Jahren“ fort.

Aus einer Liste von Methoden, Inhalten und Systemen des Lernens mit neuen Lerntechnologien geben die Branchenkenner in diesem Jahr vor allem solchen Innovationen in den deutschen Unternehmen eine Zukunft, die das informelle Lernen „on demand“ unterstützen. Hierzu gehören in erster Linie „Lerner Communities“ (87 %), Wikis (80 %) und semantische Suchmaschinen (69 %). Gegenüber den Vorjahren haben Communities und Wikis damit noch einmal deutlich zugelegt. Ganz anders dagegen virtuelle 3-D-Welten à la Second Life, die nur noch von 19 % der Experten als Lernapplikation der Zukunft gesehen werden (2007 waren es noch 33 %).

Erstmals hatten die Experten die Möglichkeit, auch den kommerziellen Erfolg – und nicht nur die Nutzung – ausgewählter Lerntechnologien und Anwendungen zu prognostizieren. Das Ergebnis: Während Wikis oder Weblogs beim wirtschaftlichen Erfolg für E-Learning-Anbieter deutlich hinter der prognostizierten Nutzung rangieren, wird virtuellen Klassenräumen überwiegend eine kommerziell erfolgreiche Zukunft attestiert.

Das mit Abstand wichtigste Trendthema 2008 ist für 31 % der Befragten Social Networks, gefolgt von Open Content und Personalisierung (beide 18 %) sowie Game Based Learning (16 %). Nicht mehr Mittelpunkt der Diskussionen – wahrscheinlich weil sie als Werkzeug selbstverständlich sind – werden in Zukunft nach Ansicht etwa der Hälfte der Experten Lernplattformen stehen. Bei einer Prognose für den deutschen Weiterbildungsmarkt rechnet die große Mehrheit (85 %) damit, dass sich frei verfügbare Tools für die Modularisierung und Weiterverwertung von Content in den kommenden drei Jahren durchsetzen werden.

Insgesamt erwarten die Experten, dass die HR-Abteilungen bzw. Bildungsverantwortlichen in der Personalentwicklung neue Wege gehen und dabei auf neue Lerntechnologien zurückgreifen: Mehr als zwei Drittel prognostizieren, dass Kompetenzbedarfsanalysen und darauf gezielt abgestimmte Trainingsmaßnahmen künftig selbstverständlich werden und die Unternehmen ihre Lehr-/Lern-Inhalte selbst erstellen.

Mehr unter: www.mmb-institut.de


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