Heft 5 Juli/August 2009
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Titelthema
Von der Idee zur Innovation:
Wenn Wissen marktreif wird
Immer mehr Unternehmen versuchen, Ideen mit Hilfe des betrieblichen Vorschlagswesens, in Jam Sessions oder durch Web-2.0-Tools gezielt zu generieren,
um anschließend Prozesse zu optimieren und Ressourcen zu sparen. Sie begeben sich aber auch auf die Suche nach Ideen Externer und spüren
in Wikis, Blogs und Foren Kundenbedürfnisse und Markttrends auf. Vor allem im so genannten User Generated Content liegen wahre
Innovationspotenziale brach. Diese gilt es, konsequent zu erschließen und zu nutzen. Doch wie findet man aus den Unmengen an User-Meinungen
und Expertenvorschlägen genau diejenigen Ideen, die das Zeug zu einer echten Innovation haben? Wie kann man im Unternehmen gezielt Ideen mit
Marktpotenzial generieren? Und welche Wissensmanagement-Tools helfen dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen? |
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Editorial
Wissen nutzen, Ideen generieren, Innovationen schaffen (PDF)
News
Praxis Wissensmanagement
Veränderungsprozesse
Gute Zeiten, schlechte Zeiten
von Peter Schütt
Unternehmen müssen sich fragen, wie sie nach der aktuellen Wirtschaftskrise dastehen wollen. Ein gebanntes Abwarten und Kostensparen allein sind in jedem
Fall nicht die richtigen Methoden, um aus dieser Phase des Aufräumens von faulen Krediten und Überkapazitäten als Sieger hervorzugehen. Das schaffen nur
Unternehmen, die die in der Krise übliche Bereitschaft zu Veränderungen aktiv nutzen. Das Portfolio dafür fängt bei neuen Führungskonzepten an, geht über
veränderte Formen der standortunabhängigen Zusammenarbeit bis hin zu neuen Konzepten des unternehmensübergreifenden Innovationsmanagements und sogar
neuen Geschäftsmodellen. Etwas Mut gehört allerdings dazu.
Data Warehousing
Wissen als Zukunft des Autobaus
von Michael Benz
Erst gab die Automobilbranche Vollgas, jetzt muss sie mit quietschenden Reifen eine Haarnadelkurve nehmen: Ein radikaler Kurswechsel ist angesagt.
Denn diesmal lässt sich die Wirtschaftsflaute nicht in erster Linie mit bewährten Konzepten, wie Automatisierung oder Global Sourcing,
bewältigen. Angesichts von Überkapazitäten entscheiden künftig weniger die Produktionsmittel, sondern vor allem ihr intelligenter
Einsatz über den Erfolg. Der Automobilbau muss sich deshalb dringend vom wissensintensiven zum wissensgetriebenen Gewerbe wandeln. Damit
steht der deutschen Traditionsindustrie schlechthin ein tief greifender Kulturwandel bevor.
Intuition
Vom impliziten Wissen zum bewussten Erfahrungsschatz
von Sabine Schulz
Die Forderung ist nicht neu – jeder möchte gern das Erfahrungswissen seiner Mitarbeiter vollständig einsetzen und im Unternehmen
halten. Es geistert dabei die Vorstellung in den Köpfen, dass dieses Wissen lediglich expliziert werden müsse, damit es zur Verfügung
steht. In der Praxis stellt sich der Sachverhalt jedoch etwas anders dar: Erfahrungen zu explizieren, ist nur der erste Schritt. Um das aufgedeckte
Know-how auch systematisch nutzen zu können, bedarf es einer Reihe weiterer Maßnahmen, wie nachfolgend am Beispiel eines qualifizierten
Service Desks (SD) dargestellt.
Wissensbilanzierung
Benchmarking des intellektuellen Kapitals
von Kai Mertins, Markus Will
Der Ruf nach einem System, das die eigene Wissensbilanz mit der von anderen Unternehmen vergleichbar macht, wird immer lauter. Sowohl kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) als auch Konzerne melden Bedarf an, ihre eigenen Aktivitäten zur Entwicklung des intellektuellen Kapitals
und ihren Entwicklungsstand im Wissensmanagement an anderen Organisationen zu spiegeln. Mindestens genauso relevant wie der reine Vergleich ist
für die Praktiker der Austausch mit Unternehmen in ähnlichen Situationen und Lebenslagen, um voneinander zu lernen und strukturiert
über gemeinsame Probleme zu sprechen. Die „Wissensbilanz – Made in Germany“ bietet für beide Herausforderungen
praktikable Lösungsansätze.
Titelthema
Von der Idee zur Innovation
Händeringend gesucht: neue Ideen
von Jens-Uwe Meyer
„Wir brauchen neue Methoden zum Entwickeln innovativer Ideen.“ Diesen Hilferuf vernimmt man zurzeit oft – nicht nur von Unternehmen.
Denn die angespannte Wirtschaftslage stellt die Betriebe vor ganz neue Herausforderungen. Also können sie sich bei deren Lösung auch nur bedingt
an Best-Practice-Beispielen aus der Vergangenheit orientieren. Wie man neue Ideen mit System entwickelt, das kann man von Thomas Edison, dem Erfinder der
Glühbirne, lernen.
Innovationsentscheidungen auf mehrere Schultern verteilen
von Christian Mieke, Dieter Specht
Organisationen sind zunehmend bemüht, alle verfügbaren Innovationspotenziale auszuschöpfen. Dabei stehen nicht mehr nur F&E- sowie
technische Planungsabteilungen im Fokus. Alle Unternehmensbereiche sind angehalten, Verbesserungsideen zu generieren. [1] Neben traditionellen
Ansätzen, wie dem betrieblichen Vorschlagswesen, gewinnen vermehrt Methoden an Gewicht, die die Innovationspotenziale gezielt lokalisieren und
messbar machen. Um potenzielle Produktneuheiten zu bewerten, ist die Zusammenführung unterschiedlicher Wissensträger erforderlich.
Beurteilungszirkel bilden ein Forum, welches Experten unterschiedlicher Ausrichtungen bündelt und damit eine multidimensionale Bewertung unterstützt.
Marketing Intelligence – Wissensmanagement im Marketing
von Elke Theobald
Wissensmanagement im Marketing ist eine komplexe Aufgabe: Viele Fragestellungen im Marketing sind zukunftsgerichtet, die Antworten lassen sich nur bedingt in
Wissensarchiven finden. Dadurch steht häufig die Primärforschung zur Wissenserzeugung im Fokus und nicht die Wissensbewahrung. Das Marketing arbeitet
zudem mit einer Vielzahl heterogener Wissensquellen, deren integriertes Management eine Herausforderung für bestehende IT-Systeme ist. Darüber hinaus
sind die Wissensinseln in diesem Funktionsbereich häufig ausgeprägter als in anderen Abteilungen.
Welches Innovationspotenzial schlummert in Ihrem Unternehmen?
von Freddy Metzmann
Krisenfeste Unternehmen haben eines gemeinsam: Sie nutzen die Potenziale ihrer hoch qualifizierten Führungskräfte und motivierten Mitarbeiter
besser aus und finden dadurch schneller kreative Lösungen. Wichtig ist, das Innovationspotenzial der Kompetenzträger zu kennen, um es kontinuierlich
und zielgerichtet auf- und auszubauen. Dies ist in einem Unternehmen die vordringlichste Aufgabe der Personalabteilung. Unternehmen mit einem modernen
Talentmanagement betreiben so aktive Krisenprophylaxe – sie sind gewappnet für die Bewältigung selbst schwierigster Herausforderungen.
Cross Industry: Vom Wissen anderer profitieren
von Annette Lenz
Wissen ist allgemein anerkannt als Quelle für nachhaltigen Wettbewerbsvorteil. Auf Basis von Daten, Informationen und unserem Wissen generieren wir
Ideen und treffen Entscheidungen. Doch die Fülle an Informationen, die uns täglich erreicht, ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert.
Während inkrementelle Innovationen meist vorhersagbaren Pfaden folgen und auf präsentem Wissen beruhen, sind für radikale oder disruptive
Innovationen unerwartete Kreativitäts- oder Wissenssprünge nötig. Da innerhalb eines Unternehmens Kernfragestellungen immer wieder –
wenn auch mit unterschiedlichen Teams – bearbeitet werden, entstehen zunehmend ähnliche Ideen. Für radikale Innovationen sind jedoch neue
Anregungen nötig. Der Einsatz von Cross-Industry-Experten kann dabei helfen und innovative Denkweisen sowie divergentes Wissen in eine Organisation holen.
Der Kunde als Innovationsmotor
von Horst Beck
Laut einer Analyse von Eric von Hippel, Professor an der MIT Sloan School of Management in Cambridge, sind es die Verbesserungsvorschläge von Kunden,
die den Anstoß für viele Innovationen geben. So stammen auch viele bahnbrechende Erfindungen nicht von Wissenschaftlern, sondern von Benutzern.
Das gilt genauso für Innovationen: Sie gehen häufig auf die Ideen der Anwender zurück. Innovativ sind mithin also nicht die
Herstellerunternehmen selbst – sie zeichnen lediglich für Produktumsetzung und -herstellung verantwortlich. Die eigentlichen Ideengeber
sind die Kunden. Oft sind die Kunden sogar an der Entwicklung der aus ihren Ideen resultierenden Produkte beteiligt. Eric von Hippel schlägt darum
vor, den Innovationsdrang der so genannten „Lead User“, also der trendführenden Kunden, in den Entwicklungsprozess des eigenen Unternehmens
einzubeziehen [1] und auf diese Weise wichtiges Anwenderwissen zu nutzen. Möglich ist das zum Beispiel mit der Einrichtung so genannter Kundenbeiräte.
Dokumentation + Kommunikation
Prozessmanagement
Der Wissensmanagement-Check für KMU
von Holger Schaaf, Christoph Thome
Die herausragende Bedeutung neuer Produkte und Dienstleistungen für das Bestehen im Wettbewerb ist unbestritten. Innovationen, speziell auch
von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), sichern Arbeitsplätze und den Wohlstand einer Gesellschaft. Unabdingbar für eine effektive
und effiziente Innovationstätigkeit ist dabei der adäquate Umgang mit der Ressource Wissen. Der Wissensmanagement-Check soll insbesondere
KMU helfen, entsprechende Prozesse erfolgreich ein- und durchzuführen.
CRM
Visual Collaboration: Wissen visualisieren und gemeinsam nutzen
von Uwe Richter
Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, auf der ganzen Welt verteilte Mitarbeiter und immer engere Zeitpläne – diese Faktoren erfordern
perfekte Arbeitsprozesse und eine ausgeklügelte Abstimmung. Unternehmen setzen daher verstärkt auf neuartige Software, um solche Abläufe
zu verbessern. Diese so genannten Collaboration Tools, beispielsweise Citrix Go-To-Meeting oder WebEx, um nur die bekanntesten zu nennen, erlauben es,
über eine Online-Verbindung gemeinsam und gleichzeitig eine Software oder ein Dokument zu nutzen und zu bearbeiten. Eine weitere Triebfeder hinter
dieser Entwicklung sind die Innovationen aus dem Bereich des Web 2.0. Dabei findet dabei nicht nur ein Technologietransfer statt. Vielmehr adaptieren
Firmen auch die neue Kultur der Zusammenarbeit: Sie legen viel mehr Wert auf das Wissen und die Fähigkeiten des Einzelnen. Das gelingt allerdings nur,
wenn die Mitarbeiter zu einem Teil des Ganzen werden.
Datenschutz
E-Mail- und Web-Kommunikation mit ungeahnten Sicherheitsrisiken
von Angelika Felsch
Ganz gleich, ob es um Entwicklungsdaten, Kundenangaben oder einen geplanten Börsengang geht: Vertrauliche Informationen sind das wichtigste Kapital
eines Unternehmens. Umso mehr verwundert es, dass die elektronische Kommunikation häufig noch immer ohne wirkungsvolle Kontrolle an den Außenstellen
stattfindet. Doch die Gefahr lauert nicht nur in internetbasierten Malware-Attacken, sondern auch beim Social Engineering und in mutwilligen oder
versehentlichen Fehlern der eigenen Mitarbeiter. Wirkungsvollen Schutz versprechen so genannte Data-Leakage-Prevention- (DLP) Lösungen.
Human Resources
Wertschöpfung
Wissensarbeiter fördern, fordern und dauerhaft binden
von Stefan Güldenberg, Klaus North
Eine der wesentlichen Dimensionen der Führung ist die Beschäftigung mit der Motivation von Mitarbeitern. Extrinsische Motivation arbeitet mit einer
indirekten Bedürfnisbefriedigung – im Wesentlichen durch die Steuerungsmedien Geld oder Macht. Das heißt, die Erreichung der strategischen
Unternehmensziele wird mit monetären oder karrierefördernden Anreizsystemen verbunden. Im Gegensatz dazu betont die intrinsische Motivation die
Aspekte der direkten Bedürfnisbefriedigung. Sie kann dabei sowohl in der Freude an der Tätigkeit selbst als auch in einer empfundenen Verpflichtung
begründet sein. Gerade bei wissensintensiven Tätigkeiten ist intrinsische Motivation meistens in der einen oder anderen Form bereits vorhanden und
muss selten erst geweckt werden. Die eigentliche Führungsherausforderung besteht daher sehr häufig darin, die intrinsische Motivation der
Wissensarbeiter mit den Zielen der Organisation in Übereinstimmung zu bringen.
Interview
Unternehmen müssen auf Nachhaltigkeit setzen
von Felix Müller
Die Krise wirkt sich mittlerweile massiv auf Deutschlands Unternehmen aus. Mehr und mehr Betriebe führen Kurzarbeit ein und die Weiterbildung droht,
vernachlässigt zu werden. Doch wie sieht es tatsächlich aus? Investieren deutsche Unternehmen derzeit noch in das Gut Wissen? Und welche
Möglichkeiten gibt es, Kosten und Zeit intensive Prasenzseminare durch Lernformen zu ersetzen bzw. zu ergänzen, die sich in den Arbeitsalltag
integrieren lassen? Wir sprachen mit Felix Müller, dem Geschäftsführer der Demos Europäischen Wirtschaftsakademie GmbH, zu seiner
Sicht der aktuellen Lage.
Immaterielle Werte
Wissen schützen – die Aufgabe des Chief Intellectual Property Officers
von Marion A. Weissenberger-Eibl, Jan Radicke
Im Wandel zu einer Wissensgesellschaft bestimmen sich die Werte eines Unternehmens wesentlich durch ihr intellektuelles Kapital. Dessen Absicherung –
vor allem mit Hilfe von geistigen Schutzrechten (zum Beispiel Patente) – wird künftig von essenzieller Bedeutung sein. Momentan fällt diese
Aufgabe häufig noch den Rechtsabteilungen, den FuE-Bereichen oder der Geschäftsführung zu. Daneben agieren externe Dienstleister wie
Patentanwälte, -verwertungsagenturen und -informationsdienste. In jüngerer Zeit sind auch Intermediäre hinzugetreten, die sich der Verwertung
von intellektuellen Eigentumsrechten widmen, beispielsweise durch Patentauktionen. Vor diesem Hintergrund wird der Ruf nach einem mit umfassenden Rechten
ausgestatteten Chief Intellectual Property Officer (CIPO) immer lauter.
Trends
Informationsmanagement
Die Qualität entscheidet – auch bei Unternehmensdaten
von Eric Ecker
Sollen Unternehmen in der Krise lieber sparen oder verstärkt investieren? Die richtige Antwort steckt in den Unternehmensdaten. Denn das Wissen über
Produkte, Lieferanten, Kunden und Märkte liefern einem Unternehmen die passende Strategie auch in wirtschaftlichen Talsohlen. Doch Vorsicht: Entscheidend
ist die Datenqualität. Wer auf Basis von fehlerhaften Daten Unternehmensentscheidungen trifft, der läuft Gefahr, noch tiefer in die Krise zu rutschen.
Unternehmensprozesse
Risikomanagement auf dem Prüfstand
von Frank Romeike, Uwe Rühl
Was verbindet Flickenteppiche und das Thema Risikomanagement? Scheinbar ohne gemeinsamen Nenner, gibt es bei genauerem Hinsehen doch einige Gemeinsamkeiten.
Risikomanagement mit seinen unterschiedlichen Feldern, Ausprägungen und Nuancen gestaltet sich in vielen Unternehmen als eine Art Patchwork. Zahlreiche
Firmen bewegen sich in diesem unübersichtlichen Themengebiet mit teils unklaren Strategien. Doch gerade in Krisenzeiten können sich mangelnde
Risikomanagement-Strukturen und -Strategien negativ auf den eigenen Betrieb auswirken. Die Forderung von Experten lautet daher: Prozesse und Methoden im
Risikomanagement müssen sich zu ganzheitlichen Systemen der Unternehmenssteuerung wandeln.
Wissenswertes
Termine
Fachveranstaltungen für Wissensmanager
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